Schonen wir das Klima, wenn wir von zuhause arbeiten? Worauf es beim Klimaschutz und beim Home Office ankommt.

Corona hat im letzten Jahr viele von uns nach Hause geschickt – und das Home Office zum verbreiteten Phänomen gemacht. Laut einer aktuellen Studie von Greenpeace könnten 40 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Zukunft im Home Office arbeiten – und dabei 5,4 Mio. Tonnen CO2 jährlich einsparen.

Ist also Home Office gleich gut fürs Klima? Zur Einordnung: Pro Jahr entstehen 166 Mio. Tonnen CO2 im Verkehrsbereich in Deutschland; die von Greenpeace berechneten Einsparungen durchs Home Office belaufen sich damit im besten Fall auf 3,2 Prozent der jährlichen Emissionen. Ebenso viel würden wir einsparen, wenn 40 Prozent aller Arbeitnehmer mit Bus und Bahn weiterhin ins Büro pendelten.

Schmutzfleck Stadt

Die Frage, ob das Home Office gut oder schlecht für die Umwelt ist, hängt davon ab, wo wir arbeiten. Die Klimafrage löst sich auf die Frage „Stadt oder Land?“. Urbanisierung steht seit 200 Jahren für Verschmutzung und Industrialisierung, aber auch für Fortschritt, Wohlstand, Chancengleichheit.

Für die Umwelt ist die Konzentration von Menschen auf engem Raum eine große Herausforderung: Lebensmittel müssen anderswo produziert und herangeschafft werden, große Kraftwerke stillen den Hunger nach Elektrizität, und Abwassersysteme befördern den menschlichen Überschuss wieder nach draußen. Das Home Office bewirkt in dieser Gleichung nur dann einen Unterschied, wenn es nicht in der Stadt liegt.

Home Office mit Hühnern

Wer auf dem Land lebt und von dort im Home Office arbeiten kann – Internet vorausgesetzt – hat gewisse Freiheiten. Hier bieten sich Möglichkeiten, den eigenen Bedarf besser zu decken und nachhaltiger zu leben, vom Solarpaneel auf dem Dach über den eigenen Kompost bis hin zum Hühnerstall. Lokale Landwirtschaft statt weite Versorgungswege und nachhaltige, saisonale Produktion statt Avocado-Toast.

Sobald die Präsenzpflicht in der Innenstadt aufhört, könnten statt Glastürmen wieder Wohn- und Lebensräume entstehen. Der Pendlerverkehr würde abnehmen, und es wäre einfacher, von einer autozentrierten Stadt auf eine Stadtplanung mit Parks und lokalen Plätzen umzusteigen.

Ein sauberes Arbeitsklima

Doch Natur und Stadtplanung sind nicht die einzigen Klimafaktoren, die vom Home Office beeinflusst werden. Auch im Unternehmen herrscht ein Klima. Plötzliche Veränderungen wie Massenmigrationen ins Home Office können dieses Klima belasten. Eine Arbeitskultur entsteht am Arbeitsplatz, im Büro;  diese Kultur ist nicht nur zentral für Personalfragen wie Employer Branding, sondern auch essenziell für die tägliche Arbeit.

Mit dem plötzlichen Wechseln ins Home Office standen viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer 2020 vor neuen Herausforderungen: Videochat und Messenger statt Kaffeeküche und Flurfunk. Selbst wenn wir 2021 wieder ins Büro zurückkehren, wird das Home Office als fester Bestandteil bestehen bleiben.

Was tun? Smarte Teams bilden

Prof. Sandy Staples von der Queens University in Ontario hat in einer Meta-Studie untersucht, welche Auswirkungen die virtuelle Zusammenarbeit auf Teams hat. Das Ergebnis: Virtuelles Teamwork legt mehr Fokus auf Kommunikation und Organisation, weniger auf soziale Nuancen des direkten Kontakts.

Dies legt den Schluss nahe, dass extravertierte Kollegen es im Home Office schwerer haben. Immerhin leben sie von der Interaktion mit anderen und davon, Teil der Gemeinschaft zu sein. Das stimmt auch – zumindest am Anfang.

Extravertierte Arbeitstypen neigen ebenfalls zu schnelleren Entscheidungen, was laut Prof. Stefan Krumm von der FU Berlin wiederum ein großer Vorteil ist. Selbstbewusstes Auftreten und Eigeninitiative sind im Remote Working demnach besonders hilfreiche Kernkompetenzen.

Unternehmen können auf die neue Situation besser reagieren, wenn ihre Teams smart zusammengesetzt sind. Arbeitstypen-Systematisierungen wie das DiSC-Modell sind in vielen Unternehmen bereits verbreitet – wir bei Hotwire setzen das DiSC-Modell ebenfalls ein. So lassen sich Teams balancieren und unterschiedliche individuelle Anforderungen besser kommunizieren. Ein essenzieller Baustein für smarte Teams.

Fazit: Zusammenkommen, Zuhause arbeiten

Home Office kann dem Klima helfen. Dabei kommt es darauf an, wo die Arbeitnehmer wohnen: Home Office in der Stadt spart keine Pendel-Abgase, Home Office auf dem Land dagegen kann den Pendelverkehr senken. Dies jedoch kann langfristig nur funktionieren, wenn auch Unternehmen und Arbeitnehmer vom Home Office profitieren, nicht nur der CO2-Pegel.

Unternehmen können mit smarten Teams, festen Strukturen und klarer Kommunikation die Zusammenarbeit verbessern und zuerst ihr Arbeitsklima reinigen, bevor es an die Umwelt geht. Mitarbeiter brauchen Zeit, um sich kennen zu lernen, dann funktionieren Teams auch sehr gut über die Distanz.

Am Ende führen viele Wege zu einem besseren Klima – für die Gesellschaft und die Natur. Faktoren sind lokale Communities, lokale Produktion und saisonaler Konsum ebenso wie flexible Arbeitsmodell mit klugem Management. Home Office ist nicht die Lösung, sondern ein Schritt hin zu einer besseren und gesünderen Arbeitswelt für alle.

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Aktuell können selbst hartgesottene Leugner die Folgen des Klimawandels nicht mehr schönreden: 2020 brachte den heißesten Sommer der Geschichtsschreibung und die Erderwärmung bedroht durch Waldbrände und Wirbelstürme massiv die langfristige Lebensqualität in vielen Regionen. So kann es nicht weitergehen. Unser E-Book “Grüne Industrielle Revolution – Weshalb wir innovative Lösungen brauchen, um den Planeten zu retten” zeigt, wie gezielte Investitionen in erneuerbare Energien, geschlossene Wertstoffketten und saubere Technologien ein strukturelles Gegenmodell zu „Business as Usual“ liefern. Wer als Marke und Unternehmen in Sachen „Green Industrial Revolution“ mitreden will, findet hier den passenden Einstieg.

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